23 Januar 2006

Ihr Knöllchen der Welt




It was a bright and sunny day. Das Urlaubsrefugium will erkundet werden, und weil Palm Beach seinem Namen echte Ehre macht, führt der erste Weg zum Strand.
Es ist Vormittag. Die Ultrarich haben ihre eigenen Strände oder sind auf Yachten unterwegs, die restlichen Einwohner kellnern, führen Hunde aus oder mähen Rasen. Andere Rollen sieht die Besetzungsliste dieser Stadt offensichtlich nicht vor. Hat man als Besucher also den Public Beach für sich und bei den Parkplätzen, die sich am selbigen entlang ziehen, die freie Wahl. Bestückt sind die Teile mit Meters, also Parkuhren. Eine davon wird auch brav gefüttert, 4 Quarters = 4 Viertelstunden.

Dann Strand erkundet (traumhaft!), Wasser getestet (ein Gedicht!), geplantscht (22 Grad und perfekte Wellen!), Strand gelaufen (Sand wie aus dem Bilderbuch), genossen (geht gar nicht anders) - alles absolut wunderbar.
Nach einer Stunde ist aber gut, die Sonne wird sowieso langsam zu grell und vor allem: das Mittagessen ruft. Also zurück über die Straße zum Auto.

Und? Umschlag hinterm Scheibenwischer: Knöllchen. Für sage und schreibe 6 Minuten überzogene Parkuhr ("Delict: Expired Meter"): 25 Dollar.
Immerhin gleich mit Rückumschlag und Kreditkartenfeld auf der Rückseite. 7 Tage Zahlungszeitraum. Danach 20 Dollar Zuschlag pro Woche. Und ab 14 Tagen Säumnis 20 $ Zuschlag pro Tag. Das im Mutterland der Autofahrer! Vielleicht fällt es aber auch schlicht in die Kategorie Kapitalismus.

7 Zweitstimme(n):

23/1/06 17:11, Blogger Oles wirre Welt schreibt:

Die Polizei (ein verlumpter Sackhaufen!) lässt sich nicht lumpen, die Parker auch bei Geringstvergehen (lächerlich!) zu schröpfen (mit Inbrunst und Nachdruck!), scheint mir (und nicht nur mir!). :)

Mein Byelied.

Bei "Ultrarich" war ich gedanklich erst bei Kranich, hielt es dann für eine Estrich-Art, ehe ich merkte, dass hier die Bilingualität in Reinform zelebriert wird. :)

 
23/1/06 17:44, Blogger Lundi schreibt:

Da bekommt man Sehnsucht: Was mache ich hier bei -10 Grad Aussentemperatur ? Und die Kosten für den Strandbesuch überzeugen mich nicht davon dass es viel besser ist mit der S-Bahn ins Büro als mit dem Auto an den Strand zu fahren... Nur der pure Neid.

 
23/1/06 21:21, Anonymous french kiss schreibt:

...auf dem Estrich Thymian, auf den Tischen Tau...
Ach, Madame, auch ich spreche mein Beileid aus ! Mein Mitgefühl ist umso tiefgreifender, als ich selbst es neulich - trotz meines extrem minimalen Autokonsums - noch geschafft habe, mir Gästeabholenderweise auf dem Bahnhof so ein Knöllchen zu holen...
Warum hilft die Polizei nicht lieber dort, wo's nötig ist ???

 
23/1/06 21:23, Blogger kein einzelfall schreibt:

@ole: Im Parkstrafwesen scheint die wahre Globalisierung zu liegen - da sind sie wirklich auf ganzen Welt gleich.
Danke übrigens für die charmante Umschreibung einer albernen Sprachschlamperei als "Bilingualität".
@lundi: Zum Thema Auto und Strand kommt noch was. Was dann je nach persönlicher Orientierung vielleicht doch lieber zur S-Bahn greifen lässt. ;)

 
23/1/06 21:26, Blogger kein einzelfall schreibt:

@mademoiselle french kiss: Sie haben es für einen guten Zweck getan. Das kommt bestimmt positiv auf andere Art zurück. :-)

 
24/1/06 00:53, Blogger Oles wirre Welt schreibt:

Oha. Die Kaschnitz erinnert mich dran, dass ich in Bälde mal wieder zur Routinekontrolle beim Zahnarzt muss (Zahnärztin heißt Kaschner). :)

 
24/1/06 23:05, Anonymous french kiss schreibt:

...meine Zähne waren / ein Klumpen Eis / 24 Zapfen daran / die klirrten ...
frei nach M-L Kaschnitz !
Beim Zahnarzt war ich auch irgendwannmal...wannwardasdenn......;-)...ach jaaa ! Die Weisheitszähne !
@Frau Einzelfall: ich will es hoffen, aber nicht wiederholen ! ;-)

 

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