18 August 2006

Schwimmender Heidenspaß

Immer diese Entscheidungen im Leben: Tee oder Kaffee? U- oder S-Bahn? Schirm mitnehmen oder da lassen? Raben oder Eulen? Bei Letzterem, Abteilung Lieblingsvogel, will die Entscheidung nicht so recht fallen. Im Moment scheint es aber (← Anagramm von Rabe) fast auf die Eulen hinauszulaufen, auch wenn die Raben überhaupt nichts für das können, was in ihrem Namen veranstaltet wird:

Der Arbeitskreis für Heiden in Deutschland (und gemeint sind nicht die Lüneburger und die Wacholder-, sondern Nichtkirchenmenschen) pflegt eine Website, die auf den schönen Namen "Rabenclan" hört. Dort wird ein einwöchiges Sommercamp annonciert, bei dem es gediegen wieder zurück zur Natur geht, zum Schwimmen:
Nennt mich ein verweichlichtes, verzogenes Subjekt, aber appetitlich sieht anders aus.

16 Zweitstimme(n):

18/8/06 20:37, Anonymous Rabe schreibt:

Pfui Spinne. Ich distanziere mich hiermit deutlich von dem erwähnten Rabenclan.

 
18/8/06 21:53, Blogger undundund schreibt:

falls sie mal hier vorbeikommen sollten, frau kein einzelfall (bzw. frau rabe): vor dem schloss flattert ein veritabler kolkrabe in seinem rabenkäfig (weil wappentier). sehr beeindruckend, so ein kolk.

 
18/8/06 22:15, Anonymous Mlle Händel schreibt:

Uh. Ungewaschene Heiden. Ob das zu der Überzeugung dazugehört? Da lobe ich mir doch meine grundprotestantische Sozialisation.

 
19/8/06 00:08, Blogger Jens schreibt:

Zum Thema Eulen (übrigens auch meine Lieblingsvögel), darf meine Zeichen-Eule nicht fehlen:

m(o,o)m

 
19/8/06 11:43, Anonymous Erasmus von meppen schreibt:

Ich bin ein rechtes Rabenaas,
Ein wahrer Sündenkrüppel,
Der seine Sünden in sich fraß,
Als wie der Rost den Zwippel.

 
19/8/06 11:47, Anonymous Erasmus von meppen schreibt:

Sehr schön auch die Fortsetzung:

"Herr Jesu, nimm mich Hund beim Ohr,
Wirf mir den Gnadenknochen vor,
Und schmeiß mich Sündenlümmel
In deinen Gnadenhimmel."

 
19/8/06 14:09, Anonymous abundzu schreibt:

das ist keine religion,die sich gewaschen hat.

 
19/8/06 18:33, Anonymous Anonym schreibt:

How deli.ci.ous.

 
19/8/06 20:37, Blogger kein einzelfall schreibt:

@frau rabe: Ihr Werk spricht sowieso für sich, da kann der Clan schmuddeln wie er will.

@3malund: Wunderbarer Tipp! Wie bei der Kinderüberraschung gleich drei Dinge auf einmal (nicht nur unds) - Schloss, Historie und Rabe.

@mademoiselle: Da wird der Taufschein direkt zum Persilschein ;)

@jens: Minimalismus in Vollendung! Noch dazu in vollem Flug.

@herr von meppen: Aus dem Geistlichen Klistierprützlein für alle in Christo verstopften Seelen? (meint jedenfalls die Recherche)
Hochgradig befangen möchte ich aber anmerken, dass die Köstlichkeit des Zitats noch übertroffen wird von Ihrem Comeback.

@abundzu: Politisch korrekt nennt sich sowas wahrscheinlich "hygienisch herausgefordert".

@anonymous: You name it, though I wouldn't call it a favourite.

 
19/8/06 22:21, Blogger kein einzelfall schreibt:

Ach, Herr undundund, noch vergessen -
als Dank für Merseburg: Ein geografisches Fundstück, speziell für Sie, gleichwohl nicht aus den Neuen Ländern, sondern aus Sankt Gallen.

 
20/8/06 13:02, Anonymous erasmus von blödorn schreibt:

Das Rabenaas kenne ich aus den Buddenbrooks.

 
20/8/06 13:27, Blogger kein einzelfall schreibt:

@erasmus im blühdorn: Allemal. Aber Thomas Mann hat es sich angeblich nicht selbst erdacht, sondern beim Häuten der Zwiebel oder sonstwann sich an das erwähnte Büchlein erinnert.

 
21/8/06 13:17, Blogger Markus Quint schreibt:

Nur Rabenmütter würden ihre in Staub getauften Heidenkinder dorthin schicken.

 
21/8/06 19:43, Blogger kein einzelfall schreibt:

@markus_quint: Und was ein wahres Rabenpack ist, das schickt die Kurzen nicht weg, sondern packt sie mit aufs Gruppenfoto.

 
22/8/06 18:08, Blogger undundund schreibt:

ebenfalls nachtrag, frau k.e.: in merseburg gibt es jetzt neben dem kolkraben auch eine kolkräbin. und: falls es sie mal in die gegend verschlagen sollte: naumburg ist auch gut zum anschauen.

 
22/8/06 18:20, Blogger kein einzelfall schreibt:

@herr underburg: Sie können Gedanken lesen! Uta, die Stifterfigur am Naumburger Dom mit drei Buchstaben (Uta, nicht der Dom) wollte ich immer schon mal besuchen. Und eine Räbin statt einer Rättin scheint mir in Zeiten des Grass'schen Skandalons ebenfalls eine tierisch gute Alternative.

 

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