21 Mai 2007

So ertönt's im Heidiland

Wie mir der inzwischen leider zum Ex-Kollegen geronnene Herr Weber von der Technik in einer anonymen Mail mitgeteilt hat, gehört er auch wieder zum Publikum und fände es am unterhaltlichsten, mehr über die Swissness zu erfahren.

Nun gibt es zwar für die eidgenössische Variante vom Englishman in New York - Deutschländer in der Schweiz - jede Menge qualifizierterer Blogs, aber 1. bin ich immer bemüht, den weisen Worten älterer Herrn Folge zu leisten, und 2. ist ohnehin schon alles gesagt, nur nicht von jedem.

In diesem Sinne:
Man stelle sich ein Office vor. Eine sehr arbeitsame, hochprofessionelle, aber menschlich-freundliche Atmosphäre. Lauter Profis durch und durch; Spezialisten, souveräne Spitzenkräfte, die wissen, was sie tun und wie sie es tun, verbindlich, geschliffen im Umgang, alles vielleicht sogar schon ein bisschen elitär.

Dann telefoniert einer dieser Souveräne. Und er quittiert den Anruf eines Auftraggebers in aller Seelenruhe mit: "Nein, heute vormittag gibt es da keine Möglichkeit, wir haben hier ein Riesen-Puff."

In Deutschland sagen sowas Lottogewinner, die den Job hinschmeißen und endlich mal die Wahrheit über den /&%@"!Laden rauslassen wollen.

Auf Schwyzerdütsch heißt es nichts Anderes, als dass man sich vorübergehend in einem kleinen Durcheinander befindet. Z.B weil die Rechner gewartet werden und noch nicht wieder bereit sind.

Besonders sinnig wird es, wenn das schwyzerdütsche Durcheinander größer ist. Dann muss zur Steigerungsform gegriffen werden. Und die kommt recht handfest in Form der Hure daher. Wenn etwas besonders toll ist, ist es also hurengut. Entsprechend wird das besonders große Chaos zum ... Exakt: Huren-Puff.

(Wer kommentieren möchte, kann vielleicht einen Länderfinanzausgleich oder ein paar Doppelpolymerische Estersäureverbindungen unterbringen - als Ausgleich zu den erwartbaren unsittlichen Suchmaschinentreffern.- Danke.)

3 Zweitstimme(n):

22/5/07 11:43, Anonymous 500beine schreibt:

heidi ist eine sprechdirne!
ich wusste es.

 
22/5/07 17:55, Blogger Oles wirre Welt schreibt:

"Jemandem, der einen Apfel schält, vorzuwerfen, er befasse sich mit der Schale, ist reine Unkenntnis, auch wenn es so aussieht, als sei die Situation richtig beschrieben", sagte einst Rabi'a al-Adawiyya und Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem befand: "Ein Abschied verleitet immer dazu, etwas zu sagen, was man sonst nicht ausgesprochen hätte." Dies lässt sich nur über Umwege mit dem Diktum Laurence Sternes in Verbindung bringen, der einst feststellte: "Leute, die sich stets um ihre Gesundheit sorgen, sind wie Geizhälse die Schätze horten und nie den Geist aufbringen, sich daran zu erfreuen." Dies hat alles seine Bewandtnis, die manchem Hermeneutiker indes Schweiperlen des Grübelns auf die Stirn zaubern dürfte. Ein paar neue Googlesuchtreffer könnte es trotzdem bringen. Was ich indes noch (mit)bringe, ist mein großer Dank für dies puffig-aufschlussreiche und grazil beobachtete Schmankerl aus Transalpinien.

Madame de Staël

 
22/5/07 21:33, Blogger kein einzelfall schreibt:

@500beine: Solange wenigstens die Lämmer schweigen ...

@ole: Ein Kommentar, nach dem man mindestens so tief Luft holen muss wie nach Besteigung des Zauberbergs. Ich ziehe meinen nicht vorhandenen Helm.

 

Kommentar veröffentlichen

Zurück zur Startseite