08 Dezember 2005

Falsche Straßen wg. Monopoly-Verbot

Reisen bildet. Weihnachtsgeschenke suchen und in Lebensart-Katalogen blättern auch - buchstäblich historische Entdeckungen lassen sich da machen:



"Das Brettspiel stammte ursprünglich aus Amerika und wurde 1936 auch in einer deutschen Ausgabe hergestellt, deren Straßennamen dem Berliner Stadtplan entlehnt waren. An der Stelle des Spielfeldes, wo es heute Schlossallee heißt, hatte damals das Berliner Nobel-Viertel Schwanenwerder seinen Platz.

Die Legende will es, dass seinerzeit Propagandaminister Goebbels höchstpersönlich das Spiel verbieten ließ, weil er selbst - wie eine Reihe anderer NS-Spitzen - in Schwanenwerder wohnte und nicht wollte, dass dem Volk der Reichtum der braunen Machthaber so plastisch vor Augen geführt wurde.

Die Tatsache, dass das deutsche Monopoly seither weltweit das einzige Monopoly war, das mit Phantasie-Straßennamen auskommen musste, spricht dafür, dass an dieser Darstellung etwas dran sein könnte."

[aus: Torquato, Weihnachten 2005]

14 Zweitstimme(n):

8/12/05 01:16, Blogger der.Grob schreibt:

habe ich mal im fernsehen gesehen. durchaus vorstellbar.

 
8/12/05 10:26, Anonymous Anonym schreibt:

entnazifiziertes monopoly sozusagen.

 
8/12/05 13:08, Blogger kein einzelfall schreibt:

@der.grob/anonym: Wikipedia stützt die Version tatsächlich auch.

 
8/12/05 13:33, Anonymous vundepalz schreibt:

Phantasie-Straßennamen - das ist ein gutes stichwort! Ich bin gerade dabei meine ganze phantasie einzusetzen um mir weihnachtsgeschenke für das bevorstehende fest zu überlegen, aber irgendwie ist alles was dabei rauskommt phantasielos. Dank "kein einzelfall" wurde mir bewusst, dass man ja mal ein "neues" Monopoly-Spiel verschenken könnte. Schliesslich haben wir ja jetzt den EURO und wer spielt schon gerne mit altem geld?

 
8/12/05 15:08, Blogger Oles wirre Welt schreibt:

In Dublin klingen die Strassennamen alle auf gaelisch wie mystische Maerchenunholde.

 
8/12/05 15:09, Anonymous kein einzelfall schreibt:

@vundepalz: Mit dem Geschenk-Problem sind Sie kein Einzelfall *g*. Mit dem Verschenken von Straßennamen dagegen könnten Sie einer werden.

 
8/12/05 15:11, Blogger kein einzelfall schreibt:

@o'ole: Auf dass auch noch ein paar Holde auftauchen! Gaelisch oder nicht. :)

 
8/12/05 15:11, Blogger undundund schreibt:

k.e.,
gestern ein ausgesprochenes sendungsbewußtsein gehabt.

 
8/12/05 15:17, Blogger kein einzelfall schreibt:

@+++: Das fügt sich aber - damit ist in südlichen Gefilden heute nicht nur Mariä Empfängnis. :)

 
8/12/05 17:01, Anonymous burnster schreibt:

Ich hab noch nicht bei Amazon geguckt, aber im Rahmen dieser 60Jahrfeiern hat man doch sicher ein Nazi Monopoly produziert. So mit Obersalzberg statt Los. Wolfschanze statt Ostbahnhof und als Gefängnis... ähem, das könnt ihr euch ja selber denken.

 
8/12/05 18:23, Blogger kein einzelfall schreibt:

Quasi die Ausgabe für doitsche Nazionalspieler.

 
9/12/05 02:43, Anonymous 500beine schreibt:

da gab es eine zeit, da hab ich mir
falsche strassen lieber durch die nase gezogen.
aber dafür lang.

 
9/12/05 17:02, Anonymous Burnster schreibt:

500beinemann: Scheint auch noch lange anzuhalten die Wirkung, sie wilder Typ.

 
9/12/05 18:48, Anonymous kunst-freund schreibt:

amazon sagt: Monopoly immer am Puls der Zeit. Zum 70. Geburtstag zeigt sich das Spiel aktueller und moderner als je zuvor: auf dem Spielplan und auf der Verpackung werden realistische Straßen und Monumente aus Berlin abgebildet. Mit modernen Spielfiguren wie Handys und Rollerblades ziehen die Spieler jetzt zu topaktuellen Schauplätzen und dürfen sich über ein Wellness-Wochenende vom Ereigniskarten-Stapel freuen. Es werden wirklichkeitsnahe Kaufpreise und Mieten gezahlt, es geht um Millionen.

 

Zurück zur Startseite